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Am 30. September 1896 wurde die Nebenbahn Offenbach-Dieburg-Reinheim, vielen später als Rodgau-Express bekannt, feierlich eröffnet. Bei der Eröffnungsfeier war Herr Ministerialdirektor Schäfer in Begleitung einiger Herren der Regierung und in Vertretung der beiden Staatsminister erschienen. Außerdem nahm an der Eröffnungsfeier eine Reihe geladener Herren, darunter Herr Kreisrat Haas, Herr Oberbürgermeister Brink, die Mitglieder des Stadtrats und des Stadtverordnetenkollegs teil. Vor dem Haltepunkt an der Bieberer Straße stand der aus acht neuen Personenwagen und einem Salonwagen bestehende Zug um 10 Uhr zur Abfahrt bereit. Die Lokomotive war mit Kränzen und Girlanden und Fahnen geschmückt, und vor dem Kessel prangte der hessische Löwe. Die Wagen, ausnahmslos Durchgangswagen nach dem System der württembergischen Staatsbahnen, sind äußerst bequem eingerichtet und ruhen trotz ihrer Länge nur auf zwei Achsen. Die Abfahrt des Sonderzuges erfolgte um 10 Uhr 18 Minuten, und um 11 Uhr lief der Zug in die festlich geschmückte Station Bieber ein. Der Gemeindevorstand, die Schulen und eine zahllose Menge im Sonntagsstaat harrte des Zuges, der bei der Einfahrt mit brausenden Hochrufen empfangen wurde. Nachdem die Herren Regierungsvertreter den Salonwagen verlassen hatten und die Schuljugend einen Choral gesungen hatte, hieß der Bürgermeister die Herren in herzlichster Weise willkommen. Er hob in seiner Ansprache hervor, wie heiß die Bahn seit langen Jahren erseht worden sei, wie sehr man sie als eine Segnung empfinge und schloss daran den Dank der Gemeinde Bieber an alle, die bei dem großen, nun vollendeten Werk, mitgeholfen haben. Wie in Bieber, so wurde der Zug auf allen den festlich geschmückten Stationen
mit Begeisterung begrüßt. Wo auf dem Felde Menschen bei der Arbeit waren, da
wurde dem Zug jubelnde Grüße zugerufnen; in den Gemeinden war Feiertag, und kein
und groß drängten auf den Bahnhöfen zusammen. Die Begrüßung war naturgemäß
überall die Gleiche. Gesang der Schulkinder, Ansprache der Gemeindevorstände und
Hochrufe auf die Regierung und die Gemeinden. Besonders hübsch gestaltete sich
der Empfang jedoch in Jügesheim und Dudenhofen. In beiden Orten hatten sämtliche
Vereine mit Fahnen auf den Perrons Aufstellung genommen, und die frohen Weisen
einer Musikkapelle begrüßten den einfahrenden Zug. Es ist der 10. Oktober 2003 und der vorletzte Rodgau-Express verlässt den Offenbacher Hauptbahnhof in Richtung Ober Roden:
Ganz im Gegenteil, wie sich die letzte Fahrt des Rodgau-Express gestaltete. Es wurde kein Aufwand betrieben, keine schöne, alte V100 oder einer der weit bekannten Silberlinge wurden eingesetzt. Es war ein trauriger Abschied. Die meisten der Fahrgäste waren sich der Tatsache nicht bewusst, dass sie im letzten Zug, im letzten Rodgau-Express sitzen. Sehen Sie selbst:
Schön wäre es, wenn ich über die Lokleitung in Darmstadt wenigstens den Namen des Lokführers erfahren würde. Vielleicht ist auch ein Zugschild Ober Roden / Offenbach übrig. Bevor es weggeworfen wird, würde ich es nehmen und hole es auch ab. |
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